Pincho oder Pintxo ?


Der Pincho ist eine köstliche spanische Kleinigkeit, die auch in ibizenkischen Bars gerne zu einem Getränk verzehrt wird - ist aber keine Tapa ! 

Eigentlich kommt der Pincho aus dem Baskenland (baskische Schreibweise Pintxo) und der Name Pincho stammt vom spanischen Wort für "Spiess", denn oft werden Zahnstocher oder kleine Holzspiesschen verwendet, um die kleinen Kunstwerke zusammenzuhalten. Sie werden meist ansprechend auf der Bar-Theke präsentiert. Es ist üblich, erst um einen Teller zu bitten und sich dann die Pinchos selbst zu nehmen.

Die Preisgestaltung orientiert sich an der Grösse und Belag des ausgesuchten Pinchos. Unerfahrene Gäste denken ja, das dies nur belegte Brotstückchen sind - stimmt, aber aber Pinchos zeichnen sich dadurch aus, dass man sie mit Fingern essen kann, und deshalb besteht ihre Basis aus etwas "mehligem" oder "knusprigen", damit das Ganze besser halten kann. Das kann Brot aber auch saftiges Tortilla-Stückchen sein, der durch einen leckeren Belag oder mehrere raffinierte Auflagen klassisch oder kreativ ergänzt wird. Der kleine Happen ist dann mit ein bis maximal drei Bissen zu essen. Alles, was darüber hinaus geht, nennt man Tapa.

Bei der Abrechung setzt man auf Ehrlichkeit. Man gibt dem Kellner später beim Bezahlen die Anzahl der verzehrten Pinchos an, indem man die verbleibenden Spiesse am Teller abzählt. Am Ende zahlt man pro Pincho ein, zwei oder drei Euro.

Die Anzahl der einfachen "kalten" Pinchos ist riesig, aber es gibt auch eine Vielzahl aufwendig zubereiteter "warmer" Spiesse. Besonders beliebt ist der Klassiker Pincho de huevo duro mit hart gekochtem Ei und Serrano-Schinken auf knusprig geröstetem Brot.

Ebenfalls ein Klassiker Pinchos morunos mit mariniertem Schweine-fleisch - der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt ... in vielen Städten Nordspaniens finden regelmässig Wettbewerbe statt, in der originelle neue Pincho-Kreationen gesucht und ausgezeichnet werden.


Der Pintxo Gilda ist das wohl bekann-teste Spiesschen. Es fehlt in keiner Bar im Baskenland, die etwas auf sich hält. Namensgeber ist das Mitte der 40er Jahre produ-zierte Hollywood-Melodram Gilda.

In diesem Film spielte die dama-lige Film-Göttin Rita Hayworth die kapriziöse Titelrolle. Damals assoziierte ein glühender Hayworth-Fan und Gast einer Bar das ihm kredenzte Spiesschen mit Oliven, Peperoni und Anchovis mit eben jener Gilda.

Sinngemäss soll sein Kommentar gelautet haben, der Pintxo sei süss, salzig und pikant – eben genau wie sie.

La Gilda – ein Pintxo-Name für Ewigkeit ...



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